RKI: intensivmedizinisch (ITS) behandelte COVID-19-Patient*innen

(bezogen auf Impfstatus)

Vorbemerkungen

Hinsichtlich der intensivmedizinisch / intensivstationär (ITS) behandelten COVID-19-Patient*innen ist für Dinge hinterfragende Individuen natürlich der Impfstatus von Interesse.

Da die zuständigen Institutionen – einschließlich Medien – in Deutschland offensichtlich nicht fähig – bzw. wohl eher nicht willens – sind vernünftige Datenpräsentationen zu liefern, habe ich das selbst in die Hand genommen.

Das RKI macht in seinen Wochenberichten seit dem Bericht vom 13.01.2022 unter dem Punkt „Daten aus dem Intensivregister“ entsprechende Angaben (wobei die ersten Ergebnisse in einer externen Presseinformation „versteckt“ sind); „selbstverständlich“ nur in Textform. Grafische – und somit für jedermann übersichtliche –  Aufbereitungen dieser wichtigen Aspekte sind zu viel verlangt. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.

Nachtrag 17.06.2022:

RKI-Wochenbericht vom 16.06.2022 (Seite 19, oben):

„Im Zuge einer Umstellung der Impfabfrage im Intensivregister kann der Impfstatus der COVID-19-Patientinnen und -Patienten auf Intensivstation zeitweilig nicht bereitgestellt werden. Sobald wieder genügend Daten für eine stabile Auswertung erfasst sind, werden die Zahlen der neuen Abfrage wie gewohnt an dieser Stelle berichtet.“

Man darf gespannt sein, wann – und ob überhaupt – „genügend Daten für eine stabile Auswertung“ vorliegen und wie „die Zahlen der neuen Abfrage“ aussehen. Gewisse südwärts gerichtete Tendenzen für Blau und nordwärts für Rot sollten nicht verwundern (vgl. Grafik unten).

Die Daten zu den Impfquoten der Bevölkerung stammen vom „digitalen Impfquotenmonitoring“ des RKI.

Intensivmedizinisch (ITS) behandelte COVID-19-Patient*innen (bezogen auf Impfstatus)

Direkt zum Wesentlichen: nachstehende Grafik zeigt die Anteile der jeweiligen Impfstatus an den COVID-19-ITS-Behandlungen. Zum Abgleich der jeweiligen Anteile sind die Impfquoten der Bevölkerung ergänzt.
Anmerkung: Zu den „roten Datenpunkten “ folgt weiter unten die Erläuterung.

rki-intensivmedizinisch-its-behandelte-covid-19-patientinnen

Recht eingängige Verläufe. Kein Wunder, dass seit einiger Zeit niemand „offizielles“ näher darauf eingeht . Wer will, folgend die ausführliche „Besprechung“, mit einigen weiteren interessanten Punkten.

 

Definitionen Impfstatus

Schon gewusst? Trotz zweifacher Impfung nicht vollständig geimpft! Mit Impfstoff von Johnson & Johnson leider ungeimpft!

Teilimunisiert? Vollständig geimpft?

Gemäß DIVI*/ RKI besteht für die Statistik ein vollständiger Schutz bzw. eine vollständige Impfung nur dann, wenn „2 Impfungen mit der 2. Impfung innerhalb der letzten 6 Monate verabreicht wurden. Liegt die zweite Impfung länger als 6 Monate zurück, gilt man nur noch als „teilimunisiert (unvollständige Impfung)“.

D. h. ein Teil der zweifach Geimpften kann für die Wochenberichte sicherlich aus dem Pool der vollständig geimpften ITS-Patienten herausgerechnet werden; womit sich der Anteil der vollständig Geimpften auf ITS natürlich „Statistik aufhübschend“ vermindert.
Der Anteil der „Teilimunisierten / unvollständig Geimpften“ liegt gemäß vorstehender Grafik zwischen ca. 6 % und 13 %. Wenn, sagen wir, die Hälfte davon noch den vollständig Geimpften zugerechnet werden würde, ist dies nicht gerade unerheblich.

Weiterhin ist es mehr als „anrüchig“, dass es diese zeitliche Beschränkung „offiziell“ nicht gibt. „Wann gelte ich als vollständig geimpft?“
Bspw. bei infektionsschutz.de (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) wurde weder früher noch wird aktuell auch nur eine Silbe über diese zeitliche Einschränkung verloren. Das Gleiche bei der Bundesregierung; nicht ein Wort.

*Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin

Impfstoff von Johnson & Johnson / Wann gilt man erst nach der vierten Dosis als vollständig geimpft?

Es ist noch gar nicht so lange her (ca. bis Mitte Januar 2022), da reichte eine Dosis des Impfstoffes Janssen® von Johnson & Johnson, um als vollständig geimpft zu gelten.

Bis 30. September 2022 muss man mind. zwei Impfungen vorweisen, wenn man vollständiger Impfling sein will – auch bei Impfung mit Janssen® von Johnson & Johnson.

Ab 1. Oktober 2022 liegt u. a. erst nach drei Einzelimpfungen ein vollständiger Impfschutz vor (>>).

Ab wann müssen es vier, fünf, sechs … Dosen sein?

Die Halbwertszeit der offiziellen fachlichen und politischen Aussagen in Bezug auf SARS-CoV-2 / COVID-19 und allem, was damit zu tun hat, liegt von Anfang an im einstelligen Wochenbereich. Diese naive, unreflektierende Blauäugigkeit der Bevölkerungsmasse ist einfach nicht zu verstehen. Egal, was kommt, es wird stoisch hingenommen.

 

Auswertungen der Grafik

Rote Datenpunkte. Zufälle gibts ... ? / Altersverteilung: Unterlassungssünde des RKI
Die roten Datenpunkte markieren ein durchaus erwähnenswertes Ereignis. Ausgerechnet – rein zufällig natürlich – kurz bevor sich die beiden Linien der Geboosterten und Ungeimpften kreuzen, wurde durch das RKI mit Wochenbericht vom 24.02.2022 – in Fettdruck! – folgende Textpassage ergänzt.

Es ist zu beachten, dass die Intensivregister-Daten in dieser Form nicht geeignet sind, um die Wirksamkeit der Impfung einzuschätzen. Es muss die generelle Altersverteilung von Intensivpatientinnen und -patienten sowie die Entwicklung der allgemeinen Impfquote der Bevölkerung berücksichtigt werden.

Nur um ganz sicherzugehen: in den sechs Berichten vorher ist diese relativierende Erläuterung NICHT vorhanden. Bis zum Wochenbericht vom 24.02.2022 fand das RKI die Intensivregister-Daten offensichtlich NICHT ungeeignet, um die Wirksamkeit der Impfung einzuschätzen. Zufälle gibts … ?

Den Verweisen auf die Altersverteilung und allgemeine Impfquoten kann von der Sache her definitiv zugestimmt werden. Ich weise selbst permanent darauf hin. Allerdings ist die Frage zu stellen, warum seitens des RKI nicht einfach eine entsprechende Auswertung vorgelegt wird?! Die Daten sind offensichtlich umfänglich vorhanden. Aus dem Wochenbericht vom 09.06.2022:

Für den betrachteten Zeitraum waren 82,8 % (757) der vollständig geimpften ITS-Erstaufnahmen mindestens 60 Jahre oder älter.

Es ist originär die Aufgabe des RKI oder einer anderen Bundesbehörde, aussagekräftige, für jeden verständliche Ausarbeitungen vorzulegen.

Warum geschieht dies nicht? Warum diese Unterlassungssünden?

Vorliegend kann nur „stumpf“ auf die zugänglichen Daten eingegangen werden.

Linienverläufe

Statistik: Aktive Fallzahl des Coronavirus (COVID-19) in Deutschland seit Februar 2020 (Stand: 8. Juni 2022) | StatistaUngeimpfte

Zunächst ist zur Kenntnis zu nehmen, dass sich die COVID-19-Fallzahlen ab ca. Mitte Dezember 2021 / Anfang Januar 2022 – was in etwa dem Datenbeginn der Grafik entspricht – bis ungefähr Anfang April 2022 vervielfacht haben (siehe Bild rechts von Statista).

Trotz dieser Explosion der COVID-19-Fallzahlen sank der Anteil der Ungeimpften an den ITS-Fällen im gleichen Zeitraum sehr stark von ca. 60 % auf nur noch ca. 20 %. Und dies bei lediglich geringfügig fallender Ungeimpft-Quote in Bezug auf die Bevölkerung und unabhängig von dem Verlauf der übermittelten ITS-Fälle insgesamt. Allein dies ist bereits überaus bemerkenswert und passt nicht ins offiziell gemalte Bild.

Seit etwa Anfang / Mitte April 2022 ist der Anteil an der ITS-Belegungen sogar kleiner als der Anteil an der Bevölkerung. Und DAS dürfte „offiziell“ nun wirklich überhaupt nicht passieren!

Nimmt man also das RKI beim Wort (siehe vorstehend ‚rote Datenpunkte‘) und „berücksichtigt die Entwicklung der allgemeinen Impfquote der Bevölkerung“ dann ist dies nichts anderes als ein Eigentor für das RKI.

Vollständig Geimpfte (vollständiger Immunschutz) / Geboosterte

Die geboosterten ITS-Fälle stiegen von Dez. 21 / Jan. 22 bis Mitte / Ende Feb. 22 um rund 25 % (von 5,8 % auf um die 30 %). Dieser starke Anstieg für sich genommen ist bereits bemerkenswert. Der Anteil der Geboosterten an der Bevölkerung erhöhte sich im gleichen Zeitraum um etwa 20 % (von ca. 37 % auf 57 %). Die Differenz dieser Zuwächse von lediglich 5 % ist im Grunde vernachlässigbar. D. h., dass die geboosterten ITS-Fälle prozentual annähernd im gleichen Maße anstiegen wie die Impfquote – sozusagen 1 zu 1 -; ein m. E. zu kräftiger Anstieg im Abgleich mit dem allseits proklamierten Schutz.

Im weiteren Verlauf stieg der Anteil der Geboosterten an den ITS-Fällen kontinuierlich auf zuletzt knapp 52 % an. Diese 52 % sind per se mehr als beachtlich und liegen insbesondere nur noch um ungefähr 8 % unter der Impfquote der Geboosterten von knapp 60 %. Eine sehr geringe Differenz, welche für meinen Geschmack nicht gerade für einen effektiven „Boosterschutz“ spricht.

Der Anteil der ITS-Fälle mit vollständigem Immunschutz (Grundimmunisierung oder Booster) lag zuletzt bei knapp 77 %. Anders gesagt, etwas mehr als Dreiviertel der intensivstationär behandelten Personen waren vollständig geimpft! Kein Wunder, dass man zukünftig erst ab dem 1. Booster als vollständiger Impfling anerkannt wird (siehe vorstehend „Impfstoff von Johnson & Johnson / Wann gilt man erst nach der vierten Dosis als vollständig geimpft?“). Es muss dringend was für die „Verschönerung“ der Statistik getan werden.

 

Resümee

Wo gibt es eine brauchbare Aufbereitung der ITS-Fälle nach Impfstatus? Oder besser gefragt: Warum gibt es keine?

Das DIVI weist in der ersten und letzten Pressemitteilung zu Impfstatus Ergebnissen vom – man beachte das Datum!! – 17.01.2022 selbst explizit daraufhin:

Zur Beurteilung des Effektes der Impfung müssen die oben genannten Daten u.a. in ein Verhältnis mit der Entwicklung der allgemeinen Impfquote der Bevölkerung gesetzt werden.

WARUM ZUM TEUFEL MACHEN SIE ES DANN NICHT?

Beispiel ZDF: Im Artikel „Wie viele sich infizieren und sterben“ ist jeder – vorsicht, ich werde vulgär – Scheiß aufgeführt. So etwas Elementares wie die Impfstatus der Hospitalisierten bzw. ITS-Fälle usw. sucht man dagegen vergebens.

Bereits diese Tatsachen allein sollten bei jedem noch einigermaßen unabhängig denkenden Menschen die Alarmglocken angehen lassen.

Irgendwas stimmt da nicht!

Egal, ob Todesfälle, ITS-Belegungen (wie vorliegend aufgezeigt), Hospitalisierungen oder was auch immer, überall zeigt sich das gleiche Bild: Die anfängliche Erfolgsstory der Impfungen (zumindest rein statistisch – Grundlage natürlich die obskuren offiziellen Datenermittlungen, Fallzuordnungen usw. – lag diese viel umjubelt mglw. tatsächlich vor, Nebenwirkungen unberücksichtigt!) schnurrt etwa seit Beginn des Jahres kräftig zusammen. Im gleichen Maße, wie „es“ zusammenschnurrt, verstummen die entsprechenden Berichte darüber.

Man mache den Selbsttest und versuche aktuelle Daten / Berichte / Nachrichten von n-tv, Tagesschau, ZDF & Co. bspw. über den Impfstatus der Hospitalisierten zu finden. Wer es schafft, bitte E-Mail an mich (siehe Impressum).

Beleg gefällig?

Der Kreis Offenbach gibt regelmäßig die neuesten Corona-Entwicklungen zum Besten. Bisher war ein Bestandteil aller Meldungen eine Aussage wie folgende:

03.06.2022: Die beiden Krankenhäuser im Kreis versorgen derzeit neun an COVID-19 Erkrankte, davon ist eine Person in intensiv medizinischer Betreuung. Sechs Personen, die im Krankenhaus behandelt werden müssen, haben einen vollständigen Impfschutz.

In der neuesten Meldung vom 10.06.2022 ist nun das hier nachzulesen:

Die beiden Krankenhäuser im Kreis versorgen derzeit 15 an COVID-19 Erkrankte, davon sind drei Personen in intensiv medizinischer Betreuung. Die Aufschlüsselung des Impfstatus der Patientinnen und Patienten entfällt ab sofort an dieser Stelle.

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