Weil nicht sein kann, was nicht sein darf | Kognitive Dissonanz

Folgendes kurz und pauschalisiert:

„Weil nicht sein kann, was nicht sein darf“

sagt man, wenn man eine Tatsache nicht anerkennt, weil sie gegen das eigene Interesse verstößt“ (>>)

Die Kognitive Dissonanz-Theorie – auf der verlinkten Seite meines Dafürhaltens schön anschaulich erklärt – sagt ähnliches.

Wir unterliegen alle einem gewissen Selbstbetrug.
Wobei der entscheidende Teil des Satzes der Begriff Betrug ist.

Betrug sinngemäß nach StGB § 263:

Vorspiegelung falscher oder Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen um einen Irrtum zu erregen oder zu unterhalten.“

So verständlich und ggfs. sogar hilfreich ein (unbewusster) „Selbstbetrug“ situationsabhängig sein kann, er löst dennoch nicht das verursachende Problem.

Um den Bezug zu den hier behandelten Themen herzustellen:
Ich persönlich gehe davon aus, dass sich die anstehenden (Menscheits)Probleme nicht proaktiv lösen lassen; sie lösen sich ganz von selbst auf, auf sehr unschöne Art.

Bis dahin allerdings, sind obige Selbsttäuschungsmethoden überaus kontraproduktiv und für mich einfach nicht nachvollziehbar.

Bsp. Debitismus:

Wie will man entscheiden, ob eine Sache mglw. positiv – bspw. für eine Verlängerung des jeden von uns zu jeder Zeit in jeder Lebenslage betreffenden debitistischen Durchlaufs – ist, oder eben nicht, wenn man noch nicht mal weiß, dass es Debitismus gibt.

Andersrum:
Ohne die entsprechenden Kenntnisse über gewisse Dinge kann man nur falsch entscheiden. Mit den entsprechenden Kenntnissen gibt es zumindest die Chance, „richtig“ zu entscheiden.

Es kann nicht sein, was nicht sein darf ist, neben allgemein verbreitetem Desinteresse und der anscheinend zu hohen, m.E. anerzogenen (mentalen) Hürde des Erkennens der kolossalen Auswirkungen des „debitistischen Systems“, der Hauptgrund für fehlende Beschäftigung mit dem Thema.

Man will es einfach nicht wahr haben!
Ein innerer Schutzschild für das bisher erlernte, für das eigene, lang anerzogene bzw. im Laufe des Lebens „erworbene“ Weltbild, der die Menschen nicht dazu passende Dinge einfach ignorieren lässt.

Um beim Debitismus zu bleiben (weil es so „schön“ beispielgebend ist): Quarks & Co. usw. hat einem das ganze Leben lang beigebracht, dass Geld ein Tauschmittel ist – also muss das einfach richtig sein. Alternative Sichtweisen müssen demnach falsch sein.

Das wirklich Ungute daran ist, dass diese Haltung nicht bewusst – sozusagen proaktiv – eingenommen wird (weiter unten mehr dazu).
Sie wird reflexartig bzw. vollkommen unreflektiert (unbewusst) als Gegenposition dem Schutzschild gefährdenden entgegengehalten.
Raum für neue Erkenntnisse bleibt da nicht.
Ganz ausnehmen kann sich davon wohl niemand – und immerhin, Opportunismus ist auch keine Lösung – die
Dosis macht’s.

Um zum Abschluss zu kommen – wie eingangs erwähnt, kurz und pauschalisiert:
Die psychologischen Hintergründe sind mir egal.

Mit „weil nicht sein kann, was nicht sein darf“ ändert sich entweder von vorne herein gar nichts oder es wird die falsche „Änderungsrichtung“ eingeschlagen.
Ich für meinen Teil komme damit nicht allzu gut klar.

P.S.:
Noch kurz zu „dass diese Haltung nicht bewusst – sozusagen proaktiv – eingenommen wird“.
Speziell zum Debitismus:

Kennt man so ungefähr die Grundaussagen des Debitismus und deren wahrscheinliche Konsequenzen, kann man zu dem Schluss kommen, dass die Masse besser nichts davon erfahren sollte.
Kommt jemand mit dem entsprechenden Hintergrundwissen ganz bewusst / proaktiv zu dieser Ansicht, dann kann ich damit – auch wenn ich schlussendlich nicht dieser Meinung bin –sehr gut leben.
Andernfalls … siehe Ausführungen oben .