Klimakiller menschlicher Körper

- globales Heizkraftwerk Mensch -

Heizung Mensch

Ein durchschnittlich großer Mensch gibt bei leichter Tätigkeit einen Wärmestrom von ungefähr 120 W ab (>>) (das entspricht – als grober Vergleichsrichtwert – in etwa der Leistung eines neueren Kühlschranks (>>)). Damit ergibt sich pro Tag und Mensch eine abgegebene Wärmemenge von ungefähr 2,9 kWh pro Tag (d).

Babys / Kinder und ältere Menschen werden weniger Wärmeenergie erzeugen. Nehmen wir also als Durchschnittswert für alle Menschen auf der Erde einfach mal willkürlich 2,5 kWh/d an.
Es ergeben sich für den aktuellen …

… Stand der Weltbevölkerung von abgerundet aktuell 7,6 Mrd. Menschen (>>) insg. folgende Wärmeabgaben:

  • Wärmeabgabe pro Tag (d):   19,00 Terawattstunden (TWh)
  • Wärmeabgabe pro Jahr (y):  6.935 Terawattstunden (TWh)

Zum Vergleich:

1.) Der Gesamtenergieverbrauch der BRD lag im Jahr 2016 bei rd. 2.500 TWh (>>). Die von den Körpern der gesamten Menschheit abgegebene Wärmemenge pro Jahr ist demnach ca. 2,7 mal so hoch! Beeindruckend!

2.) Die weltgrößte Kernenergieanlage, das Kernkraftwerk Kashiwazaki-Kariwa in Japan, würde, wenn es denn Laufen würde (>>), eine thermische Leistung von 24.317 Megawatt (MW) bzw. 0,0243 TW „erzeugen“. Daraus ergibt sich für diese Anlage ein …

  • … Wärmestrom pro Tag von  0,584 TWh
  • … Wärmestrom pro Jahr von 213,02 TWh

Die von allen menschlichen Körpern auf der Erde insgesamt „produzierte“ Menge an Wärmeenergie entspricht – grob gesagt – der Wärmeenergie von 33 Stück dieser weltgrößten Kernenergieanlage.

Das mit Abstand größte, klimatisch wirksame, einzelne globale Heizkraftwerk ist der menschliche Körper in seiner Gesamtheit aller Menschen . CO2? Methan? Vergesst es!! Der Mega-Ofen Mensch heizt die Erde auf; Klimakiller Nummer eins ist der menschliche Körper .

Kein Scherz

Obige Vergleichsrechnungen sind natürlich alles andere als eine wissenschaftlich fundierte Betrachtungen. Die innewohnenden, prinzipielle Aussagen sollte man jedoch nicht leichtfertig abtun.

Wasserdampf im „Erdkessel“

Jeder Energieumwandlungsprozeß erzeugt Wärme. Heizen, Kühlschränke, Beleuchtung, KFZ, PC / Server, Lebenserhaltung des menschlichen Körpers (Kochen, Nahrungsanbau usw.), Duschen, Bauen (Maschinen, Schweißen etc.), Fernsehen, Stahlherstellung, Rohstoffabbau, Energiegewinnung / Stromerzeugung, Hochspannungsleitungen, Akkus laden, Lagerfeuer, usw., usf, etc. pp, all dies sind letztlich „thermische Prozesse“, welche Wärme in die Umgebung abgeben. Mal mehr, mal weniger, mal nur minimal, mal nur ín homoöpathischen Größenordnungen, aber sie geben Wärme ab: in der Summe, weltweit, gigantische Mengen!

Das Energieeinsparpotenzial der Nutzung industrieller Abwärme wird für die BRD auf 125 Terawattstunden (TWh) im Prozesstemperaturbereich ab 60 °C geschätzt. (>>)
(Anm.: das sind sind nur die möglichen EINSPARUNGEN für eine spezielle Sparte für eine spezielle Randbedingung, nicht die insgesamt tatsächlich abgeführte Menge an Abwärme(!); die wird um ein VIELFACHES höher liegen)

Worauf ich hinaus will, verdeutlicht der Artikel „Wie Wasserdampf die Erwärmung verstärkt“:

Je wärmer die Luft ist, desto mehr Wasserdampf kann sie aufnehmen. Und dies wiederum führt zu einer positiven Rückkopplung von Temperaturänderungen.

Zwei Drittel des natürlichen Treibhauseffekts werden durch den Wasserdampf hervorgerufen.

Diese Aussage beschreibt zwar den natürlichen Treibhauseffekt, im Weiteren des Artikels wird jedoch die gewichtige Rolle von Wasserdampf für den gesamten, erderwärmenden Treibhauseffekt erläutert.

Ein enorm wichtiger Faktor – zwar kein alleiniger „Killer“, aber eben doch sehr bedeutsam – innerhalb der ganzen Erderwärmungsthematik ist somit einfach nur schlichte Wärme, bzw. die Abgabe derselben in die Atmosphäre!

Hierfür gibt es m. E. im Grunde keine wirkliche Lösung. Selbst bei hypothetisch unterstelltem, (unrealistischem) vollständigem Austausch der „fossilen Energiegewinnung“ durch erneuerbare Energien, würde weiterhin Wärme erzeugt! Vermutlich deutlich weniger; die (8, 9, 10 oder 11 Milliarden) Menschen müssen jedoch weiterhin Heizen, Essen, Stahl herstellen, Fernsehen, Kühlschränke nutzen, Akkus laden … usw. Es wäre (hypothetischer Konjunktiv! ) im Vergleich zum derzeitigen Status Quo sicherlich eine deutliche Verbesserung, eine signifikante Beeinflussung des Klimageschehens durch den Menschen wäre trotzdem noch gegeben!

Energieversorgung der Heizung Mensch

Die eingangs aufgezeigte, durch den menschlichen Körper permanent abgegebene Wärmemenge von 2,9 kWh/d bzw. 2,5 kWh/d muss dem Körper selbstverständlich in Form von Nahrungsenergie zugeführt werden.

Plakatives „Energie-Beispiel“ für Weizen:

  • Energiedichte Weizen: 3,99 kWh/kg (umgerechnet mithilfe dieser und dieser Daten)
  • Erforderliche Verzehrmenge pro Mensch und Tag bei 2,5 kWh/d Wärmeenergieabgabe des menschlichen Körpers: 0,63 kg
  • Erforderliche Verzehrmenge gesamte Menschheit (7,6 Mrd.) pro Tag bei 2,5 kWh/d Wärmeenergieabgabe des menschlichen Körpers: rd. 4,8 Mio. Tonnen
  • Weltweite Erntemenge Weizen: rd. 750 Mio. Tonnen (>>)
  • Die gesamte Menschheit könnte sich demnach gerade mal rd. 156 Tage von der insgesamt zur Verfügung stehenden Weizenmenge ernähren – rein weizenimmanent energetisch betrachtend.

Zusätzlich zu dieser „Milchmädchenrechnung“ ist natürlich noch bedeutend mehr „energieverbrauchendes“ anhängig: Anbau, Feldpflege, Ernte, Transport, Verarbeitung zu Mehl, Brot backen, „Größter Teil der Getreideernte geht in den Futtertrog“, usw. Dies ergänzend berücksichtigend, würde der Energieverbrauch pro Mensch deutlich in die Höhe schnellen, die „Ernährungstage“ für die gesamte Menschheit von 156 würden entsprechend in einen wahrscheinlich nicht allzu hohen zweistelligen Bereich absacken.

Die Dimensionen sind gewaltig, um der neuzeitlichen Heizung Mensch seine Heizfähigkeit zu erhalten.

Fazit / Schlussbemerkungen

Was fangen wir nun mit diesen Informationen an? Gute Frage! Ursprünglich wollte ich eigentlich nur kurz und spaßeshalber das erste Kapitel „Heizung Mensch“ kundtun. In den Rest bin ich dann willen- und gedankenlos irgendwie so „reingeschlittert“ .

Überlegt euch also selbst, was ihr euch aus dem Beitrag herausziehen könnt ; der ein oder andere interessante Punkt ist ja schon dabei, denke ich. Und je mehr („andersartige“) Informationen in vielleicht neuen Zusammehängen man erhält, umso besser. Das Fazit überlasse ich euch !

Zwei passende, abschließende Fragen – deren Antworten ich auch nicht kenne – als Anregung zur Selbstrecherche möchte ich aber doch noch stellen:

  1. Kann die Ernährung der gesamten (steigenden) Weltbevölkerung durch „BIO“ sichergestellt werden?
  2. Wie geht man zukünftig mit der immer weiter steigenden, individuellen Wohnfläche um (insbesondere im Kontext der steigenden Weltbevölkerung)?