Verlagskonzerne und ihr Märchen von der Pressefreiheit

- Redaktionsnetzwerk(e) Deutschland / Katholische Journalistenschule -

Vorbemerkungen

Definition „Pressefreiheit“:

„Pressefreiheit“ wird allgemein meist als äußere Unabhängigkeit von Einfluss und Weisungen auf das Medium verstanden.
Innere Pressefreiheit meint dagegen besonders im deutschen Sprachraum die Unabhängigkeit des einzelnen Journalisten und Redakteurs von inhaltlichen oder politischen Beschränkungen seiner Arbeit und Meinungsäußerung durch Chefredakteur, Herausgeber, Verleger oder Eigentümer des Mediums innerhalb seines Arbeitsumfeldes, also im Innenverhältnis des Medienunternehmens. (>>)

Verlagskonzerne und ihr Märchen von der Pressefreiheit ist der Titel eines im Folgenden verlinkten Schriftstückes. Zugleich kann es m. E. aber auch als allgemeine Situationsbeschreibung des Presse- bzw. Journalistenmarktes verstanden werden.

Neben vorgenanntem Schriftstück wird ein Blick auf das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) geworfen; über das ich dann auf die Katholische Journalistenschule, Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses e. V. (ifp) gestoßen bin.

Ob die vorgefundenen Struktur(-Bruchstücke) dem eigenen Bild von „Pressefreiheit“ entsprechen, muss letztlich natürlich jeder für sich selbst beurteilen.
Meine persönliche, negative Grundhaltung zum überwiegenden Teil der Presse- / Medien- / Journalistenlandschaft wurde jedenfalls mal wieder bestätigt.

Wenn man Medienkritik betreibt […] werden die jeweiligen Leute oft sehr wütend. Sie sagen dann ganz richtig: “Niemand sagt mir jemals, was ich zu schreiben habe. Ich schreibe alles, was ich will. Dieses ganze Geschwätz über Druck und Einschränkungen ist Unfug, weil keiner je irgendwelchen Druck auf mich ausübt.” Und das ist völlig richtig, nur daß es hier um etwas ganz anderes geht, nämlich um die Tatsache, daß sie ihre Position gar nicht inne hätten, wenn sie nicht vorher schon unter Beweis gestellt hätten, daß niemand ihnen sagen muß, was sie schreiben sollen. Es ist längst klar, daß sie das genau wissen. Wenn sie sich als angehende Reporter für die verkehrte Art von Geschichten interessiert hätten, hätten sie es nie zu Positionen gebracht, in denen sie sagen können, was sie wollen.
(Noam Chomsky aus „Der Mythos der freien Presse“)

An dieser Stelle noch schnell der Verweis auf zwei weitere Beiträge, in denen ich vorliegende Thematik bereits aufgegriffen habe:

 

Verlagskonzerne und ihr Märchen von der Pressefreiheit

Link: Verlagskonzerne und ihr Märchen von der Pressefreiheit

Anmerkungen:

  • Copyright verletzende Zitate oder auszugsweises Wiedergeben spar ich mir vorsorglich. Ihr müsst also tatsächlich den Link bemühen.
  • Ich gehe keineswegs mit allen Aussagen dieses „Working Papers“ konform.
    • Die Grundausrichtung, „den Neoliberalismus pauschal als Ursache allen Übels darzustellen, ist mir zu undifferenziert. Und bspw. „Wer beherrscht den Pressemarkt?“ mit Vermögensangaben zu beleuchten ist mir einfach zu platt.
    • Man merkt quasi mit jedem Satz, dass auch diese Autorin noch nichts von Debitismus gehört hat. Bspw. Privatisierung bzw. Privateigentum ist kein Teufelswerk, sondern eine unabdingbare Voraussetzung zum Funktionieren des debitistischen Systems. Ich entnehme dem „Working Paper“ – „zwischen den Zeilen“ – eine von mir nicht befürwortbare Geisteshaltung, welche wahrscheinlich auch die („Semi“)Privatisierungen der Post, der Telekom und der Bahn als „Neoliberalismus“ eingestuft hat.
      Das ist jedoch nicht das eigentliche Beitragsthema und wird daher nicht weiter vertieft. Es sollte jedoch im „Hinterkopf“ behalten werden; auch Mainstream kritisierende Texte sind kritisch zu lesen.
  • Alles in allem ist das Schriftstück trotzdem lesenswert. Man erhält durchaus einen kleinen Blick hinter die Kulissen und die ein oder andere interessante Information.

Fünfter Konzentrationsbericht (2015)
der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK)

Selbst mit dem „Fünften Konzentrationsberichts (2015)“ der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) bleibt der Medienbereich ein kaum zu durchschauendes Dickicht (wer soll das schon alles im Detail lesen?). Das ganze erinnert an die Verschachtelungen von Matroschka-Puppen: eine Subebene nach der anderen, und es nimmt einfach kein Ende . Zusätzlich gibt es noch Überkreuzbeteiligungen der Dachkonzerne sowie der einzelnen Subebenen untereinander. Dieser Verflechtungsnebel ist nicht mehr zu durchblicken.

Bertelsmann - Medienaktivitäten KEK-Bericht 2015Bertelsmann – wer sonst(?!) – ist das Paradebespiel dafür (siehe Abb. rechts aus obigem KEK-Bericht). Aber selbst diese relativ ausführliche Übersicht ist nicht allumfassend. Wer sich alle Beteiligungen und Tochterunternehmen usw. des Moloch anschauen will, findet diese im Geschäftsbericht 2017 von Bertelmanns.

DuMont-Schauberg-Medienaktivitäten-KEK-Bericht-2015 Madsack-Medienaktivitäten-KEK-Bericht-2015An dieser Stelle will ich jedoch auf drei weitere „Big Player“ des deutschen Medienmarktes eingehen: die Madsack GmbH & Co. KG, die Mediengruppe DuMont Schauberg (siehe wieder Abb. rechts aus obigem KEK-Bericht) sowie kurz auf die Deutsche Presse-Agentur (dpa).
Genauer gesagt, geht es im Folgenden um ein paar Bruchstücke des Gesamtbildes (mehr ist einfach nicht machbar): angegliederte Redaktionsnetzwerke und auffällige Personalien.

Redaktionsnetzwerk(e) Deutschland

RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND)

Das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) ist die zentrale Redaktion der Madsack Mediengruppe in Hannover. Deren größte Kommanditistin ist die Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft (ddvg), das Medienbeteiligungsunternehmen der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) . (>>)

Nach Angaben von Madsack ist das RND eines der größten redaktionellen Netzwerke Deutschlands. Es beliefert mehr als 40 Tageszeitungen mit einer Auflage von insg. mehr als 1,5 Millionen Stück und erreicht somit rund 4 Millionen Leser pro Tag. Es handelt sich demnach nicht gerade um einen kleinen Fisch im Teich.

Personalien beim RND

Zwei der Hauptakteure des RND picke ich mal heraus und betrachte sie näher (mehr würde einfach den Rahmen sprengen):

Uwe Dulias
(Geschäftsführer des RND)

1987 holte ihn Wolfgang Clement zur Hamburger Morgenpost und machte ihn … zum Sportchef der Zeitung.
Herr Dulias war jahrelang in führender Position beim Springer Verlag (Bild, Welt usw.) und dem schweizer Ringier-Verlag tätig.
(Anmerkung: Eben jener Springer-Verlag, in dem die Mitarbeiter vertraglich ihre „Solidarität mit der freiheitlichen Wertegemeinschaft der Vereinigten Staaten von Amerika“ und „die Unterstützung des jüdischen Volkes“ zusichern (>>).)

Weggefährte zu dieser Zeit war Matthias Döpfner, heutiger Vorstandsvorsitzender von Axel Springer SE. Zu Herrn Döpfners Mandaten in Non-Profit-Organisationen zählen Mitgliedschaften in den Aufsichtsgremien des European Publishers Council (EPC), der American Academy in Berlin, dem American Jewish Committee und Mitglied im Global Board of Advisors des US-amerikanischen Think Tanks Council on Foreign Relations. Döpfner ist Mitglied des Vereins Atlantik-Brücke, dessen „Young Leader“-Programm er abgeschlossen hat. Er war Kuratoriumsmitglied des Berliner Aspen-Instituts, weiterhin war er ein Teilnehmer der Bilderberg-Konferenz 2015 in Österreich (>>).

Der FDP-Kandidat für das Hamburger Parlament 2011 – 2015 Herr Dulias ist außerdem seit 2001 Berater großer europäischer Verlage wie Gruner+Jahr AG (Deutschland), … ddvg (Deutschland, siehe oben), Frankfurter Rundschau Verlags GmbH (Deutschland) (>>).

Es scheint hilfreich zu sein, die „richtige“ Einstellung zu besitzen und die „richtigen“ Leute zu kennen. Entsprechende Persönlichkeiten sind zur Führung eines redaktionellen Netzwerks geradezu prädestiniert; innere Pressefreiheit ist beim RND somit garantiert .

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Wolfgang Büchner
(Chefredakteur und Geschäftsführer des RND)

U. a. Tätigkeiten beim Spiegel (Chefredakteur), dem Ringier-Verlag (wie auch Herr Dulias, man kennt sich eben), Chefredakteur der Deutschen Presseagentur (dpa) und einiges mehr (>>).

Das Interessante ist jedoch, dass er seine Ausbildung als Stipendiat beim Instituts zur Förderung publizistischen Nachwuchses (ifp) erhielt.

Hinter dem so blumig-neutral benannten Institut zur Förderung…usw. steckt letztlich nichts anderes als die katholische Journalistenschule.

Auf diese katholische Journalistenschule bin ich unten näher eingegangen!!!
Mein Fazit: Das Bildnis der „Trojanischen Pferde“ schein mir nicht so abwegig!
PR vom Feinsten! Und zwar Kirchen-PR, nicht Glaubens-PR!!

Ohne Personen-Bezug(!) sondern allgemeine Gedanken:
Der „Angriff“ auf die innere Pressefreiheit erfolgt hier von einer anderen Seite.
Selbstverständlich hat jeder Journalist das Recht auf eine eigene Meinung. Ist diese als solche erkenntlich: kein Problem! Sie darf jedoch nicht als Entscheidungsgrundlage dafür dienen, was den Lesern an Inhalten angeboten wird. Sie darf nicht als unsichtbarer Vorfilter fungieren (Betonung auf unsichtbar!)!

Ist ein Stipendium (= kostenlose Ausbildung >>),

  • welches man nur unter der Voraussetzung erhält, dass man u. a. Interesse an religiösen und gesellschaftlichen Fragen vorweisen kann
  • und welches von allen Bewerbern eine Offenheit für den katholischen Charakter und die Glaubenspraxis der Journalistenschule (>>) erwartet,

die richtige Grundlage für objektiven, vorbehaltlosen Journalismus und Entscheidungsfindungen frei von einer entsprechend geprägten Geistes- bzw. Grundhaltung? Ist eine katholische Journalistenschule ein Garant zur Gewährleistung der (inneren) Pressefreiheit?
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Ulrike Demmer

Frau Demmer war von 2015 bis 2016 für das RND als Leiterin des Hauptstadtbüros Berlin tätig und ist nun – seit Juni 2016 – stellvertretende Sprecherin der Bundesregierung und stellvertretende Leiterin des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung (>>).

Niemand „kauft“ die Katze im Sack. Es kann realistischer Weise angenommen werden, dass vor Tätigkeitswechsel bereits entsprechende Kontakte bestanden.

Sind solche Verquickungen … ach, stellt und beantwortet euch selbst die „richtigen“ Fragen . Im Übrigen war der Pressesprecher der Bundesregierung, Herr Steffen Seibert, zuvor jahrzehntelang beim ZDF angestellt! (>>)

DuMont und Madsack (RND) gehen zusammen

Besser gesagt, gehen die Redaktionsnetzwerke von DuMont und Madsack unter der Führung des RND aktuell ein „strategische Partnerschaft“ ein.

  • Madsack und DuMont verbünden sich (Die Madsack Mediengruppe und DuMont gehen in der Hauptstadt eine strategische Partnerschaft ein und gründen eine gemeinsame Redaktion für Politik und Wirtschaft. Geschäftsführer der neuen RND Berlin GmbH werden Wolfgang Büchner und Uwe Dulias)
  • Kölsche Kapitulation (DuMont und Madsack machen in Berlin gemeinsame Sache, heißt es. Tatsächlich macht nur noch Madsack – DuMont verabschiedet sich aus dem überregionalen Journalismus)

Nun werden also 50 Tageszeitungen für bis zu 6,8 Millionen Leser (>>) in Verantwortung von oben beschriebenem Personal mit „Inhalten“ beliefert.

Bei zunehmender Konzentration von etwas geht immer etwas anderes verloren. Dies birgt ein beängstigendes Potential um weitere Teile der ohnehin nur noch spärlichen Reste von „Vielfalt“ dahingehen zu lassen. Übrig bleibt gemein hin noch mehr des immer Gleichen.

Und dieses immer Gleiche ist m. E. geprägt von Journalisten, die, ich bin diesbzgl. vollumfänglich Noam Chomskys Meinung (s. o.),

„vorher schon unter Beweis gestellt haben, daß niemand ihnen sagen muß, was sie schreiben sollen. Es ist längst klar, daß sie das genau wissen. Wenn sie sich als angehende Reporter für die verkehrte Art von Geschichten interessiert hätten, hätten sie es nie zu Positionen gebracht, in denen sie sagen können, was sie wollen.“

dpa (Copy and Paste) / Fake News

An dieser Stelle wird die allseits bekannte Deutschen Presse-Agentur GmbH (dpa) lediglich dafür herangezogen, um auf ein Kernproblem von Redaktionsnetzwerken hinzuweisen: Copy and Paste.

Die zentralen Netzwerke liefern, die verschiedensten Zeitungen rufen ab, das Resultat sind nicht selten nahezu identische Artikel. Was aber, wenn die Lieferung bereits fehlerhaft ist? Wer überprüft das noch?

Zentrale Redaktionsnetzwerke sind m. E. potentielle Zensurmaschinen. Dies insbesondere deshalb, weil sie eine ungeheure Markt- und damit Gesellschaftsdurchdringung erzielen.

Ein für diesen Beitrag passendes Beispiel von Copy and Paste ist die Artikellieferung der dpa aus dem Jahr 2013 hinsichtlich So leben Deutschlands Bischöfe“ (bei der dpa scheinen keine Journalisten angestellt, die die katholische Journalistenschule durchlaufen haben ). Ich habe so auf die Schnelle neun nahezu identische Artikel bei neun verschiedenen Zeitungen bzw. Nachrichtenanbietern gefunden:

SZ  |  Bild  |  n-tv  |  Focus  |  TZ  |  FNP  |  Welt  |  Huffingtonpost  |  katholisch.de

Fake News á la Spiegel & Co.
(sind schon älter, hatte ich aber gerade greifbar, für mehr und / oder neueres war ich zu faul ):SpiegelDie „Fotostrecke: Das Trümmerfeld von Hrabowe“ des SPIEGELS zeigt in einer Aufnahme (bitte anschauen) einenSeparatist mit Stoffaffen: Ein prorussischer Kämpfer hält ein Plüschtier aus der verunglückten Maschine hoch. Dieses Bild sorgt auf Twitter für Empörung. „Schrecklich“, „grässlich“ lauten die Kommentare. Unter den Opfern des Flugzeugabsturzes sind 80 Kinder.

Streng genommen ist diese wirklich geschickt ausgewählte Unterschrift rein faktisch nicht falsch – also rechtlich kaum zu belangen.Doch jetzt schaut euch dieses Video an, in der die Gesamtsituation am Stück gezeigt wird.
In der Unterschrift des SPIEGELS – und weiteren Medien wie WDR und Tagespiegel – wird m. E. suggeriert, ein Terrorist hebt ein Stofftier als Trophäe in die Höhe. Kalt, unbarmherzig und ohne jedes Mitgefühl für die Opfer. Tatsächlich entdeckte jener „Separatist“ den Teddybär in all den Trümmern und hob ihn auf:

„Wir wollen, dass diese Bastarde sehen, wen sie abgeschossen haben“, sagt der Mann. „Sehen Sie das?“

Dann legt er den Teddybär vorsichtig zurück zu dem Haufen anderer Sachen. Danach nimmt er die Mütze ab und bekreuzigt sich aus Respekt vor den Toten.


Alle!

„Von der Landkarte tilgen“Bundeszentrale für politische Bildung musste falsche Wiedergabe einer Äußerung von Irans Präsidenten korrigieren.

Zur Zeit läuft eine Beschwerde beim Deutschen Presserat gegen die Nachrichtenagenturen dpa, AP, AFP und Reuters, die das falsche Zitat am 26. Oktober 2005 in Umlauf gebracht haben.

(Hier noch mehr dazu!)

Die Tatsache, dass neun verschiedene Anbieter mit potentiell neun verschiedenen Konsumentengruppen – also verhältnismäßig weit gestreut – im Grunde den selben Artikel veröffentlichen, ist für mich systembezeichnend.

Angenommen, der Wahrheitsgehalt dieses Artikels entspricht dem Grunde nach nebenstehend beispielhaft gezeigten Fake-News von Spiegel & Co. – was er ziemlich sicher nicht tut, aber egal -, dann wäre durch die zentrale Versorgung mittels Redaktionsnetzwerke bereits „halb Deutschland“ falsch über das Leben von Bischöfen informiert (die andere Hälfte liest eh nichts, was heutzutage nicht die schlechteste Lösung ist ).

Im Nachhinein korrigierbar ist so etwas kaum noch! Die öffentliche Meinung ist gebildet!

Wer sich etwas intensiver mit der Materie beschäftigt, merkt sehr schnell, dass vergleichbares zu diesem „Bischofbeispiel“ kein Einzelfall ist.

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Anmerkung:

Ich bin mir ziemlich sicher, dass ein genauerer Blick auf das Personal usw. usf. auch bei der dpa interessantes zu Tage fördern würde.
Also, geht’s an!!! Kümmert euch selbst drum!!

P.S.:
Sitz der Zentralredaktion der dpa in Berlin (Markgrafenstraße 20) ist übrigens die Axel-Springer-Passage, die wiederum mit dem Axel-Springer-Hochhaus verbunden ist, Verlagssitz der Axel Springer AG (>>).
Wie ich sagte, es gibt immer was Interessantes zu entdecken!

 

Schlussbemerkungen

Eingangs schrieb ich „Ob die vorgefundenen Struktur(-Bruchstücke) dem eigenen Bild von „Pressefreiheit“ entsprechen, muss letztlich natürlich jeder für sich selbst beurteilen.“ Ich will an dieser Stelle ergänzend dazu nochmals dringend empfehlen, sich selbst ein Bild zu machen.

In Beiträgen, wie dem vorliegenden, kann man wirklich nur einzelne kleine Bruchstücke der Gesamtsituation zeigen. Vieles bleibt auf der Strecke, was sich bei Eigenrecherche so nach und nach zusammenfügt. Stückchen für Stückchen formt sich im Kopf dann ein Gesamtbild.

Mein persönliches Gesamtbild zeigt eine Pressefreiheit, welche zwar nicht durchgehend, aber zu häufig und vor allem, durch die „richtigen“ VerlagsMACHTwerkzeuge, stark gesellschaftsdurchdringend nur in einem eng begrenzten, vorgegebenen Korridor „frei“ ist. Diese Begrenzung sitzt nach meinem Eindruck vielfach bereits in den Köpfen fest bzw. wurde dort systemisch festgesetzt, bevor bspw. Journalisten zu Journalisten werden. Mehr noch, sie ist m. E. vielfach Grundvoraussetzung um überhaupt richtig loslegen zu können und dann weiter zu kommen, um ggfs. sogar von seinem Job leben zu können. Stromlinienförmig ist nur bei Autos zu befürworten!

In Bezug auf „Fake News“ ist dies eine gefährliche Situation. „Fake News“ gibt es von allen Seiten in unterschiedlichsten Facetten. Am Gefährlichsten sind m. M. n. jedoch die, die unter dem Deckmäntelchen der öffentlich-rechtlichen, der etablierten Verlagsmacht- und staatlichen Seriosität verbreitet werden – und das nicht zu knapp (Bsp. von mir). Denn die „offizielle“ „Fake News“ Bekämpfung klammert exakt diese Bereiche aus. Die „Bekämpfer“ sind oft genug auch die Verbreiter und / oder sind mit diesen recht eng verbandelt.

„Fake News“ werden zukünftig – entgegen der Realität – „merkwürdigerweise“ mehr und mehr durch die „Kleinen“ verbreiten und eben dort auch aussortiert – Begründungen zum „Erhalt der Demokratie“ oder dem „Schutz des Volkes“ o. ä. wird man schon finden. Die „Großen“ bleiben zunehmend unbehelligt, da sie z. T. selbst darüber entscheiden, was als „Fake News“ eingestuft wird und was nicht und sie überdies über die „richtigen“ Kontakte verfügen; eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.

Ich muss mich daher leider wiederholen, weil es wichtig ist: Kümmert euch selbst drum!! Versucht einen Blick hinter die Kulissen zu erhaschen!!

P.S.:
Der Staat sorgt sich anscheinend zunehmend um die weitere Versorgung der Bevölkerung mit einschlägigen „Propagandablättchen“ . Aus dem aktuellen Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD:

Zur Sicherung der bundesweiten Versorgung mit Presseerzeugnissen für alle Haushalte – in Stadt und Land gleichermaßen – wird bei Minijobs von Zeitungszustellerinnen und Zeitungszustellern der Beitrag zur Rentenversicherung, den die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber zu tragen haben, befristet für die Dauer von fünf Jahren bis zum 31. Dezember 2022, von 15 auf 5 Prozent abgesenkt.

 

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Katholische Journalistenschule

Dass in Deutschland eine Kirche – egal welche – Journalistenausbildung betreibt, war mir nicht bekannt, ist für mich aber mehr als fragwürdig!

Die Journalistenschule der katholischen Kirche (ifp) wird zu 100 Prozent aus dem überdiözesanen Medienhaushalt des Verbands der Diözesen Deutschland (VDD) finanziert (>>).
(Anmerkung: Der Verband der Diözesen Deutschlands ist Rechtsträger der Deutschen Bischofskonferenz >>).

Warum finanziert die katholische Kirche diese Schule? Was für Motive sind dafür wahrscheinlich?
Menschenliebe? Selbstlosigkeit? Barmherzigkeit? Tatsächlich in erster Linie „gute, wenn möglich herausragende Journalisten“ auszubilden und nur als „Dreingabe“, quasi nebenbei, „und wenn sie dann auch noch überzeugte Christen sind, hat das Institut seine Ziele voll erreicht“ (>>)?
Ist es wirklich wahrscheinlich, dass die katholische Kirche eine nun wirklich nicht zum Aufgabengebiet einer Kirche zählende Institution vollfinanziert, ohne sich einen entsprechenden Gegenwert davon zu versprechen?
Der vom Bundesland Bayern bezahlte („Geldwäsche in Bayern“Weihbischof Stolberg sitzt im Aufsichtsrat des ifp (>>). Nimmt er diese Position ohne Durchsetzung der Interessen der katholischen Kirche wahr?
Wer’s glaubt, wird selig !

Presse, TV, Radio usw. sind das Sprachrohr der öffentlichen Meinung. Mehr noch, sie beeinflussen und BILDEN die öffentliche Meinung! Ein paar „Trojanische Pferde“ in diese Medienwelt zu platzieren, ist gewiss nicht von Nachteil.
Das dadurch von vornherein, von der Basis weg, die innere Pressefreiheit höchst gefährdet ist (siehe nochmals oben: Noam Chomski(!!)), ist sicherlich nur meine Meinung.

Die Arbeit der katholischen Kirche kann getrost als erfolgreich bezeichnet werden. Die deutsche Medienwelt ist durchsetzt mit Absolventen der katholischen Journalistenschule. Als beispielhaften Beleg habe ich unten die Funktionen einiger der Mitglieder des Trägervereins der ifp aufgeführt (>>). Bei den Absolventen (>>) und Referenten (>>) der ifp sieht es ganz ähnlich aus. Weitere, recht „aufschlussreiche“ Informationen erhält man beim Durchstöbern der Seite „Eine digitale Festschrift zu 50 Jahren ifp“.

Der Glaube als journalistisches Fundament spielt dabei offensichtlich eine gewichtige Rolle (wobei ich niemals verstehen werden, warum Glaube stets mit Kirche gleichgesetzt wird).

Das ifp und seine Mitarbeiter erwarten von allen (Stipendium-)Bewerbern eine Offenheit für den katholischen Charakter und die Glaubenspraxis der Journalistenschule (>>)

Das Bildnis der „Trojanischen Pferde“ schein mir nicht so abwegig!
PR vom Feinsten! Und zwar Kirchen-PR, nicht Glaubens-PR!!
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Funktionen einiger der Mitglieder im Trägerverein der ifp:

  • Nachrichtenredakteur, SWR
  • Ehemaliger Fernsehdirektor (SWR)
  • Programmgruppenleiterin, WDR, Religion und Bildung TV, Köln
  • Ehemaliger Direktor des Landesfunkhauses Thüringen, MDR, Erfurt
  • Leiter Digitaler Verkauf, Allianz Deutschland AG, München
  • Redakteurin, Deutschlandfunk, Redaktion Religion und Gesellschaft, Köln
  • Chefkorrespondent, Du Mont – Mediengruppe, Köln
  • Pressesprecher, CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag, Berlin
  • Reporter, SWR 2, Aktuelle Kultur, Baden-Baden
  • Redakteurin, Hessischer Rundfunk, hr-info, Frankfurt am Main
  • Landesbüroleiter, dpa Landesbüro Bayern, München
  • Ehemaliger stv. Chefkorrespondent, Ressortleiter Politik, General-Anzeiger, Bonn
  • Professor, Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung, LMU München
  • Universitätsprofessor i. R., München
  • Leiterin Hauptredaktion Kultur, ZDF, Mainz
  • Online-Redakteurin, Südkurier, Konstanz
  • Bereichsleiter Dokumentation und Archive, Schweizer Radio und Fernsehen, Zürich
  • Redakteurin, Verlagsgruppe Rhein-Main GmbH, Kinderzeitung Kruschel, Mainz